REDAXO oder WordPress? Ein ehrlicher Vergleich für Unternehmen und Agenturen

Von Georg Kaser — Webentwickler mit Fokus auf REDAXO CMS seit 2005

WordPress ist das meistgenutzte Content-Management-System der Welt: Über 40 Prozent aller Websites laufen darauf. REDAXO ist ein deutschsprachiges Open-Source-CMS mit einer kleinen, aber loyalen Entwickler-Community — vor allem in der DACH-Region verbreitet.

Ich arbeite seit 2005 mit REDAXO und habe seither Projekte für Unternehmen, Agenturen und Grafikdesigner umgesetzt. In diesem Artikel versuche ich keinen Werbetext für REDAXO zu schreiben, sondern eine ehrliche Entscheidungshilfe: Wann ist REDAXO die bessere Wahl — und wann sollten Sie bei WordPress bleiben?

REDAXO vs. Wordpress
REDAXO vs. Wordpress

Was beide Systeme gemeinsam haben

Beide sind Open Source, kostenlos nutzbar und PHP-basiert. Beide lassen sich auf nahezu jedem Standard-Webhosting betreiben. Beide haben aktive Communities und regelmäßige Updates. Beide eignen sich für mehrsprachige Websites.

Der Unterschied liegt nicht in den Grundfunktionen — sondern im Ansatz.

Wo WordPress die bessere Wahl ist

Das sollte man ehrlich sagen, auch wenn man REDAXO bevorzugt:

WordPress ist besser wenn...

  • Sie schnell und günstig online gehen wollen. Mit einem fertigen Theme und wenigen Plugins ist eine WordPress-Site in Stunden einsatzbereit. Bei REDAXO gibt es keine vorgefertigten Themes — alles wird von Grund auf entwickelt.
  • Ihr Redakteur selbst Hand anlegen soll. Der Gutenberg-Editor von WordPress ist intuitiv und weit verbreitet. Viele Redakteure kennen ihn bereits.
  • Sie ein Blog oder Content-Portal betreiben. WordPress wurde als Blogging-Plattform entwickelt — das merkt man. Kategorien, Tags, RSS, Kommentare: alles ist out of the box dabei.
  • Sie auf ein großes Ökosystem angewiesen sind. Mit über 60.000 Plugins und tausenden Themes gibt es für WordPress fast jede Funktion fertig zum Installieren — Kalender, Buchungssysteme, Shops, Foren.
  • Ihr Budget begrenzt ist und Sie günstige Freelancer brauchen. WordPress-Entwickler gibt es in großer Zahl und zu unterschiedlichen Preispunkten. REDAXO-Entwickler sind rarer.

Wo REDAXO die bessere Wahl ist

REDAXO ist besser wenn...

  • Sie ein individuelles Projekt umsetzen wollen. REDAXO kommt ohne vorgefertigte Module — alles wird maßgeschneidert entwickelt. Das bedeutet mehr Aufwand am Anfang, aber kein unnötiger Code, kein Plugin-Chaos, keine Kompromisse.
  • Performance ein echtes Kriterium ist. Weil REDAXO-Sites keine Plugin-Schicht haben und der Output vollständig kontrollierbar ist, lassen sich sehr hohe Lighthouse-Scores erzielen. In eigenen Projekten erreiche ich regelmäßig Werte über 90 in allen Kategorien.
  • Langfristige Wartbarkeit wichtig ist. WordPress-Sites veralten schnell: Plugin A ist nicht kompatibel mit PHP-Version X, Theme B wird nicht mehr gepflegt. REDAXO-Projekte sind schlanker und damit stabiler — ich betreue Projekte aus 2010, die mit minimalem Aufwand lauffähig bleiben.
  • Sie als Agentur im Hintergrund bleiben wollen. REDAXO lässt sich so konfigurieren, dass für den Kunden nicht sichtbar ist, welches CMS im Einsatz ist. Das ist für Agenturen ein echtes Argument.
  • Die Redaktion ein sauber abgestimmtes Backend braucht. Jedes Eingabemodul in REDAXO wird individuell entwickelt — der Redakteur sieht nur genau das, was er braucht. Kein überladenes Interface, keine verwirrenden Optionen.
  • Mehrsprachigkeit von Anfang an eingeplant ist. Die Sprachverwaltung ist eine Kernfunktion von REDAXO, nicht ein nachgerüstetes Plugin.

Das Sicherheitsargument — differenziert betrachtet

Ein verbreitetes Argument lautet: REDAXO sei sicherer, weil es weniger bekannt ist. Das stimmt nur halb.

"Security through obscurity" — Sicherheit durch Unbekanntheit — gilt in der IT-Sicherheit als schwaches Konzept. Ein System, das nur deshalb selten angegriffen wird, weil niemand weiß dass es existiert, ist nicht grundsätzlich sicherer.

Was REDAXO strukturell sicherer macht: Das Addon-Ökosystem ist deutlich kleiner und übersichtlicher als das WordPress-Plugin-Verzeichnis mit über 60.000 Einträgen. Ja, auch bei REDAXO gibt es Addons von Drittanbietern, und auch hier werden manche nicht mehr weiterentwickelt. Der Unterschied ist das Ausmaß: Bei WordPress ist die schiere Masse an Erweiterungen — viele davon schlecht gepflegt oder aus fragwürdigen Quellen — eine der häufigsten Einfallstore für Angriffe. Die "Friends of REDAXO" pflegen aktiv den Kern der wichtigsten Addons, was die Verlässlichkeit des Ökosystems erhöht.

WordPress selbst ist als Kern sehr sicher. Das Problem sind oft die Erweiterungen.

Die Kostenfrage

Ein REDAXO-Projekt ist in der Anfangsentwicklung teurer als eine vergleichbare WordPress-Lösung mit Standardtheme. Das ist die Wahrheit.

Mittel- und langfristig kehrt sich das oft um: Weniger Pflegeaufwand, keine Plugin-Lizenzkosten, weniger Sicherheitsprobleme durch veraltete Erweiterungen.

Die richtige Frage ist also nicht "Was kostet es jetzt?" sondern “Was kostet es über 5 Jahre?”

Häufige Fragen

Für wen ist REDAXO grundsätzlich nicht geeignet?

Für Einsteiger ohne Entwickler im Hintergrund. REDAXO erfordert einen erfahrenen Entwickler für die Einrichtung — es gibt keine Quickstart-Themes oder One-Click-Installationen für fertige Websites.

Kann ich eine bestehende WordPress-Site zu REDAXO migrieren?

Eine direkte technische Migration gibt es nicht. Das Layout wird in REDAXO neu implementiert, Inhalte müssen übertragen werden. Das ist ein Neuaufbau — kein simples Umzugspaket.

Wie groß ist die REDAXO-Community?

Klein, aber aktiv. Das Kernteam und die "Friends of REDAXO" pflegen über 250 Addons. Der Slack-Kanal der Community ist gut besucht. Fragen werden in der Regel schnell beantwortet.

Ist REDAXO auch für Online-Shops geeignet?

Es gibt Lösungsansätze, aber E-Commerce ist nicht die Stärke von REDAXO. Für Shops empfehle ich spezialisierte Systeme wie Shopify oder WooCommerce auf WordPress-Basis.

Wer nutzt REDAXO?

Vor allem deutschsprachige Agenturen und Entwickler, die individuelle Projekte umsetzen. REDAXO ist in der DACH-Region deutlich präsenter als international.

Was kostet ein REDAXO-Projekt?

Das hängt stark vom Umfang ab. Als Richtwert: Eine individuelle Unternehmenswebsite startet bei einem Tages- bis Wochensatz eines erfahrenen Entwicklers. Mein Stundensatz beträgt 75 Euro netto.

Fazit

REDAXO und WordPress lösen unterschiedliche Probleme. WordPress ist das richtige Werkzeug wenn Geschwindigkeit, Kosteneffizienz und ein großes Ökosystem im Vordergrund stehen. REDAXO ist das richtige Werkzeug wenn individuelle Lösungen, langfristige Stabilität und ein sauber abgestimmtes Redaktions-Backend gefragt sind.

Ich habe mich für REDAXO entschieden — nicht weil WordPress schlecht ist, sondern weil es für die Art von Projekten, die ich umsetze, die bessere Grundlage ist.

Wenn Sie unsicher sind, welches System für Ihr Projekt passt: Schreiben Sie mir. Ich berate Sie gerne ohne Verkaufsabsicht.

Georg Kaser — Webdesign & REDAXO-Entwicklung seit 2005
georgkaser.com — Kontakt: mailme@georgkaser.com

Zuletzt aktualisiert: März 2026

Bitte fragen Sie mich…

Lassen Sie uns gemeinsam ihr nächstes Projekt umsetzen. Schreiben Sie mir eine kurze E-Mail mit Ihren Anforderungen oder rufen Sie mich einfach an. Ich mache Ihnen gerne ein unverbindliches Angebot.

Kontakt aufnehmen