Mozilla holt wieder auf: Mit Firefox 57 alias "Quantum"

Es wurde auch schön langsam Zeit: Selbst die treuesten Firefox-Fans liebäugelten bereits mit einem Umstieg auf Chrome, der datensammelnden Browserrakete von Google. Mozilla scheint begriffen zu haben: Wenn sich bald nichts an der Geschwindigkeit und Attraktivität ihres eigenen Browsers ändert, ist ein Abrutschen in die digitale Irrelevanz nicht mehr aufzuhalten.

Firefox 57 alias Quantum
So sieht er also aus - der neue Browser von Mozilla

Die Entwickler scheinen gute Arbeit geleistet zu haben!

Es war schon recht ärgerlich: Erst der Reinfall mit FirefoxOS - ein wirklich vielversprechendes Projekt von Mozilla und der Versuch, ein alternatives Betriebssystem für mobile Geräte neben den zwei Platzhirschen Apple und Google zu etablieren. Da scheint Mozilla viel Energie verbraten zu haben, jedenfalls entschieden sie, FirefoxOS sang und klanglos einzustampfen und damit die Anhänger und Handybesitzer einfach im Regen stehen zu lassen und vor den Kopf zu stoßen.

Und dann zog auch noch der Chrome Browser von Google an Firefox vorbei - ein harter Schlag für das freie Internet. Mozilla scheint das aber erkannt zu haben und hat deshalb offensichtlich viel Kraft in die Weiterentwicklung von Firefox gesteckt und ihn außen und auch unter der Haube gründlich überarbeitet.

Und ein erster Test überzeugt: Der Browser sieht gut aus, er ist für eine Beta (relativ) stabil und lässt einen auch nichts vermissen. Er soll lt. eigenen Ansagen auch weniger Speicher als Chrome verbrauchen (kann ich jetzt so nicht bestätigen, hab ich aber auch nicht wirklich getestet) und er ist wirklich pfeilschnell.

Firefox 57 soll doppelt so schnell wie seine Vorgängerversion sein

Ein Grund dafür soll die neue Multiprozessor-Architektur sein. Diese hatte ja bereits in Version 53 Einzug gehalten - vorher nutzte Firefox nur einen Prozessorkern. Dadurch arbeitet er natürlich erheblich effizienter. Gleichzeitig gibt es jetzt aber auch eine neue CSS-Engine (aka "Stylo") welche in Rust geschrieben wurde, eine ziemlich coole Programmiersprache, welche von Mozilla Research entwickelt wird und sehr sicher sowie schnell ist. Außerdem managed Firefox 57 Tabs anders. Es legt den Fokus auf die aktiven Tabs und nicht auf die im Hintergrund laufenden. Das macht ihn weniger speicherhungrig und schneller. Interessanterweise auch bei einigen Google Seiten schneller als Chrome:

Neues Design und Logo

Wer den neuen Firefox das erste mal öffnet, dem fällt sofort das neue Logo und das neue Design auf. Ich finde es echt gut gelungen und arbeite gerne damit. Es funktioniert besser auf HiDPI Screens wie z.B. auf dem Macbook Pro und verbraucht in der kompakten Darstellung sogar weniger Platz als Chrome - was wiederum auf kleinen Bildschirmen ein Vorteil ist.

Firefox Photon
Das Photon Design braucht in der kompakten Darstellung sogar weniger Platz als Chrome

Fazit:

Der neue Firefox hat mehr als eine Chance verdient. Mozilla hat sich echt ins Zeug gelegt und sich wieder mehr um ihren Browser gekümmert. Mozilla und ihr Firefox sind wichtig für ein freies und offenes Web, von daher freut es mich, dass der Browser endlich wieder mit Chrome konkurrieren kann. Probieren Sie ihn aus, im Moment gibt es zwar nur die Beta (Download hier), er soll aber am 14. November in einer stabilen Version erscheinen.

Zur Ankündigung von Mozilla
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Mittwoch, 4. Oktober 2017 // Georg Kaser

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